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Henkersturm

Der Henkersturm diente einst als Behausung des Scharfrichters. Der Henker zählte auf Grund seines anrüchigen Gewerbes zu den „unehrlichen“ Leuten. Sorgfältig vermied man jeglichen Umgang mit ihm. In der Schenke und in der Kirche hatte er seinen besonderen Platz und seine Behausung lag meist abgesondert. Von Ehrenämtern war der Henker ausgeschlossen und vielfach wurde ihm sogar des kirchliche Begräbnis verweigert. Infolge dieser Verfemung waren die Scharfrichterfamilien gezwungen, untereinander zu heiraten. Meist vererbte sich das Gewerbe vom Vater auf den Sohn oder Schwiegersohn.

Bürgerturm

Der behäbige Bürgerturm mit seiner „welschen“ Haube diente als Gefängnis für straffällige Bürger. 1596 stürzte der Turm ein und begrub dabei ein nebenan stehendes Häuschen. Beim Wiederaufbau im Jahre 1600 musste fünf Wochen gegraben werden, bis man auf felsigen Grund stieß. Die „Löwenmäuler“ und Schießscharten lassen erkennen, dass dem Bürgerturm als Eckturm im Verteidigungsring der Stadt eine besondere Bedeutung zukam. Ein Kuriosum stellt die im obersten Stock, in eine Nische eingebaute, mittelalterliche Abortanlage dar. Der Sitz ist aus Sandstein gehauen. Die ins Freie führende „Rutsche“ ist von außen deutlich sichtbar.

 

Mittagsturm

Hoch und wuchtig ragt neben der Stadtpfarrkirche St. Veit der Mittagsturm auf. Einst diente er als Verwahrungsort für „Malefizpersonen“, d.h. für jene, die mit der Kriminalgerichtsbarkeit in Konflikt geraten waren. Der Tordurchgang zeigt noch die Spuren des ehemaligen Fallgitters und die Vorrichtungen für die Zugbrücke. Deutlich sichtbare Veränderungen im Oberteil des Mauerwerkes lassen darauf schließen, dass der Turm später um zwei Geschosse erhöht wurde. Früher war der Mittagsturm durch eine von zwei Mauern flankierte Holzbrücke (1827 entfernt) mit dem äußeren Vorbau, dem Rödelseer Tor, verbunden.

Pesttor

Das Pest- oder Totentor ist seit 1596 zugemauert. Sein Name erinnert an die Zeit, als der „Schwarze Tod“ in Iphofen wütete und reiche Ernte hielt. Durch dieses Tor wurden allnächtlich die Pesttoten auf einem Karren zu dem außerhalb der Stadt gelegenen Friedhof gebracht und dort in großen Gruben verscharrt. Der massige viereckige Turm wurde nach dem dort wohnenden Zentbüttel, Zentturm genannt. Im 19. Jh. diente er vorrübergehend als Armenhaus.

 

Eulenturm

Der schlanke, aus Buckelquadern errichtete Eulenturm diente einst als Wachturm. Von ihm aus konnte der Türmer Stadt und Flur überblicken. Im dumpfen Turmverlies schmachteten die zu lebenslanger Haft verurteilten Schwerverbrecher. Da man sie dort nach ihrem Ableben verfaulen ließ, werden derartige Türme als „Faultürme“ bezeichnet. Zu der in Mauerhöhe eingelassenen Tür gelangte man nur über eine Leiter.

 

Weiterführende Informationen:

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Knauf Museum und das Weinbistro

» Kirchen, Marktplatz und barockes Rathaus

» Die Stadttore, Michaelskapelle und die Spitalkirche 

» Die Türme der Stadtbefestigung

» Wohnmobilstellplatz, Kneipanlage und Kutschfahrten